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  • 19. Februar 2026 7:31

Studie: COVID-19 verschlechtert Prognose bei ischämischem Schlaganfall erheblich

ByDavid Aebischer

Feb. 5, 2026

Genf / Taif – Patienten, die gleichzeitig an COVID-19 und einem ischämischen Schlaganfall erkranken, haben deutlich schlechtere Behandlungsergebnisse als Schlaganfallpatienten ohne COVID-19. Das zeigt eine neue Multicenter-Studie aus Saudi-Arabien, die heute in Frontiers in Medicine veröffentlicht wurde.

Das Forscherteam um Seraj Makkawi (King Abdulaziz Medical City, Jeddah) und Kollegen von der Taif University und weiteren saudischen Zentren wertete Daten von 820 erwachsenen Patienten aus, die zwischen März 2020 und März 2021 mit akutem ischämischem Schlaganfall behandelt wurden. 109 dieser Patienten waren zusätzlich laborbestätigt mit SARS-CoV-2 infiziert.

Um Unterschiede in Risikoprofilen wie Alter, Geschlecht, Diabetes, Bluthochdruck, Raucherstatus und Herzkrankheiten auszugleichen, nutzten die Wissenschaftler ein statistisches Verfahren namens Propensity-Score-Matching. So entstand eine vergleichbare Gruppe von 327 Patienten (109 mit COVID-19, 218 ohne).

Wesentliche Ergebnisse

  • Längere Krankenhausaufenthalte: COVID-19-Patienten blieben im Median 5 Tage im Krankenhaus, die Vergleichsgruppe 3 Tage.
  • Stark erhöhtes Pneumonie-Risiko: Bei COVID-19-Patienten trat eine Lungenentzündung mehr als zehnmal so häufig auf (Odds Ratio 10,88; 95%-Konfidenzintervall 5,36–22,08).
  • Höheres Risiko für kognitive Beeinträchtigungen: Fast sechsmal häufiger als bei Patienten ohne COVID-19 (OR 5,81; 95%-KI 1,87–18,00).
  • Erhöhte Sterblichkeit im Krankenhaus: Fast dreifach höher (OR 2,98; 95%-KI 1,53–5,79).
  • Keine Unterschiede: Bei tiefer Venenthrombose, Schlaganfall-Rezidiven oder Blutungen im Gehirn gab es keinen signifikanten Unterschied.

Die Autoren erklären die dramatisch erhöhte Pneumonierate mit der durch COVID-19 verursachten Schwächung der Lunge und der systemischen Entzündungsreaktion. Die häufigeren kognitiven Störungen führen sie auf neuroinflammatorische Effekte und Mikroschäden im Gehirn zurück.

„COVID-19 verschlechtert die Prognose ischämischer Schlaganfälle unabhängig von klassischen Risikofaktoren“, lautet die zentrale Schlussfolgerung der Studie. Die Ergebnisse stimmen mit internationalen Meta-Analysen überein, die ein zwei- bis vierfach erhöhtes Mortalitätsrisiko berichteten.

Einschränkungen der Studie

  • Retrospektives Studiendesign – Kausalität kann nicht nachgewiesen werden.
  • Keine Langzeitdaten verfügbar.
  • Angaben zu Schweregrad von COVID-19, Behandlungsmethoden (z. B. Remdesivir, Kortikosteroide, Beatmung) und Impfstatus fehlten.
  • Kognitive Beeinträchtigungen wurden klinisch beurteilt, nicht mit standardisierten Tests gemessen.

Bedeutung für Patientenversorgung und Öffentlichkeit

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit eines besonders intensiven neurologischen und respiratorischen Monitorings bei Schlaganfallpatienten mit COVID-19. Ältere und chronisch kranke Menschen sollten weiterhin konsequent vor SARS-CoV-2 geschützt werden. Auch Jahre nach der akuten Pandemie liefern die Erkenntnisse wichtige Hinweise für die Versorgung von Long-COVID-Patienten und für mögliche zukünftige Corona-Wellen.

Die vollständige Studie mit dem Titel „Impact of COVID-19 on ischemic stroke patterns and outcomes: a multicenter retrospective study using propensity score matching“ ist im Open-Access-Format frei verfügbar.

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By David Aebischer

David Aebischer ist Journalist und Autor mehrerer Bücher, darunter Romane und literarische Texte. Er schreibt zudem zu gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen. Seine Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit, klare Struktur und reflektierte Darstellung aus.

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