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  • 19. Februar 2026 7:52

Schweizer Hausärzte: Hohe Zufriedenheit trotz wachsendem Stress

ByLiselotte Hofer

Jan. 30, 2026

Bern – Hausärztinnen und Hausärzte in der Schweiz bewerten das Gesundheitssystem international am besten und sind mehrheitlich zufrieden mit ihrer eigenen Arbeit. Gleichzeitig berichten fast die Hälfte der Grundversorger von starkem Stress, und die Altersstruktur deutet auf einen sich verschärfenden Hausärztemangel hin. Das zeigt die aktuelle «International Health Policy Survey» der Commonwealth Fund-Stiftung.

An der 2025 durchgeführten Befragung nahmen 1313 Schweizer Hausärztinnen und Hausärzte teil. Neun von zehn bewerteten die Gesamtleistung des Schweizer Gesundheitssystems als «sehr gut» oder «gut». Kein anderes der zehn untersuchten Länder – darunter Deutschland, Frankreich, die USA, die Niederlande und Schweden – erreicht diesen Wert. Auch die Zufriedenheit mit der eigenen ärztlichen Tätigkeit ist hoch: Fast acht von zehn Befragten sind «ziemlich» bis «sehr» zufrieden.

Deutlich kritischer fällt das Bild bei Work-Life-Balance und Belastung aus. Weniger als die Hälfte der Hausärztinnen und Hausärzte ist mit ihrem Pensum und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zufrieden. Der Anteil derjenigen, die sich «sehr» oder «äußerst» gestresst fühlen, hat sich seit 2015 von 30 auf 50 Prozent mehr als verdoppelt. Emotional belastende Symptome wie Angst, Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit geben rund ein Drittel an. Fast ein Fünftel schätzt sich selbst als burnout-gefährdet oder bereits betroffen ein.

Besorgniserregend bleibt die demografische Entwicklung. Fast die Hälfte der Grundversorger ist 55 Jahre oder älter, nur ein Viertel jünger als 45. In den höheren Altersgruppen dominieren Männer, während der Nachwuchs mehrheitlich weiblich ist. Von den 60- bis 64-Jährigen plant rund vier von zehn, mit 65 in den Ruhestand zu gehen – nur ein Viertel hat jedoch bereits eine Nachfolgeregelung getroffen.

Positiv entwickelt sich der Trend zu Gruppenpraxen. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte arbeiten in Teams statt allein. In acht von zehn Praxen bleiben die Eigentumsverhältnisse ärztlich, zunehmend engagieren sich jedoch auch Spitäler oder Investoren. Gruppenpraxen bieten häufiger Qualitätszirkel an und nehmen öfter Assistenzärztinnen und -ärzte auf. Dennoch nimmt der Anteil der Praxen, die neue Patientinnen und Patienten aufnehmen, seit Jahren ab; 2025 sind es nur noch rund zwei Drittel.

Die Kooperation mit Spezialisten und Spitälern wird mehrheitlich als gut beurteilt, der Informationsaustausch läuft fast vollständig digital. Auch die Zusammenarbeit mit Heimpflegediensten hat sich seit 2019 stabil gehalten.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das die Schweizer Erhebung koordiniert, und das Schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) bewerten die Ergebnisse als gemischtes Signal: Die Qualität und Zugänglichkeit der Grundversorgung werden hoch geschätzt, gleichzeitig erfordern der steigende Stress und die alternde Ärzteschaft weitere Maßnahmen, insbesondere bei der Nachwuchsförderung und der Entlastung der Praxen.

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By Liselotte Hofer

Liselotte Hofer ist freie Autorin bei DMZ-News und schreibt zu Themen aus den Bereichen Soziales, Kino, Kultur, Politik, Geschichte und Musik. Ihre Texte zeichnen sich durch fundierte Recherche und klare, verständliche Darstellung aus.

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