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  • 19. Februar 2026 7:19

Philip Glass sagt Premiere im Kennedy Center nach Trumps Namensänderung ab

ByAnton Aeberhard

Jan. 29, 2026

Washington – Der international gefeierte Komponist Philip Glass hat die geplante Uraufführung seiner „Symphony No. 15“ im Kennedy Center abgesagt. Die Absage fällt in eine Zeit zunehmender Diskussionen über politische Einflussnahme auf kulturelle Institutionen in den USA. Glass, 88 Jahre alt und bekannt für seine minimalistischen Werke, begründete den Schritt mit den jüngsten Veränderungen unter der Leitung von US-Präsident Donald Trump.

Das Kennedy Center am Potomac-Fluss, seit 1971 ein Symbol für Musik, Tanz und Theater in Washington, wurde kürzlich in „Trump-Kennedy-Center“ umbenannt. Kurz nach seiner Wiederwahl hatte Trump mehrere Mitglieder des Kuratoriums entlassen und den Vorsitz selbst übernommen. Zudem ernannte er den ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, zum Präsidenten des Hauses.

Diese Änderungen stießen auf breite Kritik und führten bereits zu mehreren Absagen prominenter Künstler. Unter anderem sagten die Schauspielerin Issa Rae, das Musical „Hamilton“, der Banjo-Virtuose Béla Fleck, die Sopranistin Renée Fleming, die Martha Graham Dance Company, der Komponist Stephen Schwartz („Wicked“) sowie die Washington National Opera ihre geplanten Auftritte ab.

Glass selbst hatte ursprünglich eine Symphonie komponiert, die Abraham Lincoln gewidmet ist. In einem offenen Brief auf seinem verifizierten X-Account schrieb er, dass die aktuellen Werte der Institution nicht mit den Themen seines Werkes vereinbar seien: „Die derzeitige Ausrichtung des Centers steht im Widerspruch zu den Inhalten meiner Symphonie.

In Washington wird inzwischen offen spekuliert, welche Institution als Nächstes Konsequenzen ziehen könnte. Kulturjournalisten heben hervor, dass die Umbenennung und die personellen Veränderungen erstmals die institutionelle Unabhängigkeit des Kennedy Centers grundsätzlich infrage stellen.

Befürworter der Maßnahmen argumentieren, es handele sich um eine notwendige Modernisierung, während Kritiker befürchten, das Zentrum werde zunehmend politisiert. „Die Entscheidung von Philip Glass unterstreicht, dass künstlerische Freiheit nicht nur auf dem Papier existiert“, kommentierte die Kulturkritikerin Marjorie Stone in der Washington Post.

Bislang hat Glass keine alternativen Spielorte für die Premiere angekündigt. Die Kulturszene beobachtet gespannt, ob weitere Absagen folgen werden – und damit, ob das Kennedy Center seine Rolle als unabhängige kulturelle Institution langfristig bewahren kann.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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