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  • 19. Februar 2026 7:21

Die stille Eskalation: Parallele Anomalien in US- und japanischen Finanzmärkten

ByDirk Specht

Jan. 27, 2026

KOMMENTAR

Wer die Spannungen im US-dominierten Finanzsystem beobachten will, dem empfehle ich meine persönliche «Fieberkurve», die das Zinsniveau sowie die Währungen der USA und Japans vergleicht, ergänzt um den Goldpreis.

Optisch dominiert hier die Eskalation der japanischen Zinsen von deren Nullzinsniveau. Das darf nicht täuschen, denn diese Veränderungen sind alle für solche trägen Parameter ungewöhnlich hoch und vor allem ist die Kombination toxisch: Die Zinsen in beiden Ländern steigen, die Währungen fallen trotzdem und parallel steigt der Goldpreis. Normalerweise müssten sich diese Währungen mit den jeweiligen Zinsniveaus in die gleiche Richtung und der Goldpreis in die entgegengesetzte entwickeln. Also Zinsen hoch, Währungen hoch, Gold runter – oder das Gegenteil, also Zinsen und Währungen runter, Gold hoch.

Dieses Bild drückt aus, dass der Dollar als Reserve und Krisenschutz nicht mehr funktioniert, dass es in beiden Ländern nicht mehr selbstverständlich ist, die Schuldenlast beliebig billig verlängern und ausweiten zu können und dass fast schon ein Run auf Gold als globale Reserve stattfindet. Aufgrund der finanziellen Verflechtungen zwischen Japan und den USA (Carry-Trades, Staatsschulden) ist diese parallele Anomalie mehrfach toxisch.

Die Hauptursachen sind die ökonomische Unsicherheit durch die ständigen Drohungen von Handelskriegen (obwohl bisher stets abgesagt) sowie die nun tatsächlich selbstverschuldeten Zweifel, ob insbesondere die Amerikaner ihre Staatsschulden nachhaltig tragfähig halten können.

Die Aktienbörsen spielen bisher weiter die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Es gab in der Vergangenheit immer wieder asymmetrische Signale von Bonds- und Aktienmärkten. Die lösen sich immer auf, die Frage ist nur wie. Oft sind die Krisenhintergründe beigelegt worden und die Bondsmärkte kehrten zur Normalität zurück. Wenn die realwirtschaftlichen Einflüsse gering blieben, ist an den Aktienmärkten davon nichts angekommen. In einigen Fällen ist es aber nicht dazu gekommen, dann löst sich die Asymmetrie der Signale durch steil fallende Aktienmärkte auf.

Daher sei jedem empfohlen, diese Fieberkurven unabhängig von den Interessen für Anleihe- und Devisenmärkte zu beobachten. Die MAGA-Bewegung hat hier schon erhebliche Verschiebungen erzeugt, das ist teilweise vermutlich gar nicht mehr revidierbar, aber weiter auseinandertreiben dürfen die diese Parameter nicht – sonst wird es ungemütlich, leider weltweit!

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By Dirk Specht

Dirk Specht ist deutscher Autor und Kommentator mit den Schwerpunkten Wirtschafts-, Energie- und Gesellschaftspolitik. Er veröffentlicht Analysen und Kommentare zu aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Technologie. Zuvor war er Digitalchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und ist als Dozent und Gesprächspartner in Fachveranstaltungen aktiv. Seine Texte in der DMZ-News zeichnen sich durch analytische Tiefe und die klare Einbindung wirtschaftlicher und technischer Zusammenhänge aus.

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