KOMMENTAR
Adam Tooze hat der Davos-Rede des kanadischen Premiers Mark Carney einen lesenswerten Beitrag gewidmet.
Tooze wertet nicht nur die Rede im Detail aus, er ordnet sie in frühere Gedanken Carneys ein, die der als renommierter Investment- und Notenbanker über das globale Finanzsystem und die Rolle der USA entwickelte.
Zwei Dinge will ich herausheben: Carney beschäftigte sich schon früher mit der Divergenz zwischen dem Anteil der USA an der Weltwirtschaft und der überragenden Rolle des US-Finanzsystems.

Ironie an der Sache in meinen Worten: Während Carney schon 2019 darüber sprach, wie man mit dieser Dysbalance umgehen kann, ist es nun die MAGA-Bewegung selbst, die exakt diese Rolle des Dollars und des US-Finanzsystems selbst demontiert. Carney hat das in Davos nicht so klar ausgedrückt, aber er bewertet sehr klar, wie sich nun weltweit Notenbanken, Länder, Unternehmen, Investoren und Institutionen besser «diversifizieren» – was exakt dasselbe in freundlicheren Worten bedeutet.
Zweitens zitiert Carney sehr präzise, was Kanada in kürzester Zeit konkret umgesetzt hat: «Wir diversifizieren unsere internationalen Aktivitäten rasant. Wir haben eine umfassende strategische Partnerschaft mit der EU vereinbart, die auch den Beitritt zu SAFE, dem europäischen Abkommen über die Beschaffung von Verteidigungsgütern, einschließt. Innerhalb von sechs Monaten haben wir zwölf weitere Handels- und Sicherheitsabkommen auf vier Kontinenten unterzeichnet. In den vergangenen Tagen haben wir neue strategische Partnerschaften mit China und Katar geschlossen. Wir verhandeln Freihandelsabkommen mit Indien, ASEAN, Thailand, den Philippinen und Mercosur.»
Die EU hat für Mercosur 25 Jahre gebraucht, um es dann doch nicht so ganz final hinzubekommen. Kanada erreicht in sechs Monaten zwölf Abkommen.
Ich kann mich nur wiederholen: Wir sollten mehr Kanada wagen.
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