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  • 11. März 2026 10:39

Die Jungen wählen nicht mehr – Zeit für eine echte Verjüngung der Politik

ByViktor Nowak

Jan. 24, 2026

Viele junge Menschen in der Schweiz fühlen sich von der Politik abgehängt. Bei eidgenössischen Abstimmungen und Wahlen liegt ihre Stimmbeteiligung oft nur halb so hoch wie die der über 65-Jährigen (Daten aus diversen Kantonen und Studien, z. B. St. Gallen-Analysen oder BFS). Nach der Annahme der 13. AHV-Rente 2024 ist dieser Graben noch deutlicher geworden: VOX-Analysen von SRF zeigen, dass die Vorlage vor allem von älteren Menschen getragen wurde. Viele Junge haben das Gefühl, für ein System zu zahlen, dessen Leistungen sie später kaum noch selbst nutzen können.

Das Problem differenziert betrachten

Der Generationenvertrag gerät spürbar unter Druck. Der demografische Wandel ist dramatisch: Bis 2050 wird der Anteil der über 65-Jährigen weiter steigen (BFS-Prognosen), während die Zahl der Beitragszahler schrumpft. Junge Menschen fragen sich zurecht, warum sie – bei stagnierenden Reallöhnen und explodierenden Wohnkosten – eine solidarische AHV mitfinanzieren sollen, die teilweise auch gut gestellte Rentnerinnen und Rentner bevorzugt.

Das sorgt für Frust: Viele Junge empfinden die Politik als zu sehr auf die Sicherung bestehender Renten ausgerichtet, während Themen wie Klimaschutz, bezahlbarer Wohnraum, Digitalisierung oder faire Startchancen oft zu kurz kommen. Das Resultat zeigt sich deutlich in sinkender Wahlbeteiligung und wachsender Politikverdrossenheit. Laut dem Generationenbarometer 2025 sieht rund die Hälfte der unter 26-Jährigen eine wachsende Kluft zwischen Jung und Alt.

Konstruktive Vorschläge – wie wir die Jungen zurückgewinnen können

Statt radikaler Änderungen brauchen wir gezielte Maßnahmen, um junge Menschen wieder für die Politik zu begeistern:

  • Mehr junge Kandidierende fördern – etwa durch finanzielle Unterstützung für junge Listenplätze, bessere Vereinbarkeit von Politik und Beruf (z. B. Teilzeit-Mandate) und gezielte Nachwuchsprogramme aller Parteien.
  • Altersdurchmischung in Parlamenten – freiwillige Selbstverpflichtungen der Parteien, dass mindestens 20–25 % der Nationalratskandidat:innen unter 40 sind (ähnlich wie bei Geschlechterzielen). Starre Quoten wären rechtlich heikel, ambitionierte Zielvorgaben aber machbar.
  • Bessere Repräsentation der Jugend – Stärkung von Jugendparlamenten mit echten Mitentscheidungsrechten bei bestimmten Vorlagen, digitale Abstimmungsformate und thematische Jugendforen vor großen Abstimmungen.
  • Generationenfairness sichtbar machen – etwa durch eine unabhängige Kommission, die regelmässig prüft, ob AHV-Reformen langfristig tragfähig und für alle Generationen fair sind.

Es geht nicht darum, Alte gegen Junge auszuspielen. Vielmehr sollte Politik wieder für alle Generationen relevant werden. Wenn wir die Jungen jetzt verlieren, gefährden wir langfristig die Demokratie. Wir Älteren haben die Verantwortung, Türen zu öffnen – nicht zuzuhalten. Nur so bleibt der Generationenvertrag lebendig und die Schweiz zukunftsfähig.

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By Viktor Nowak

Viktor Nowak ist freier Autor bei DMZ‑News und Betreiber des CD‑Online‑Shops jukebox.ch mit Sitz in Flawil, Schweiz, der Musik‑ und Tonträger im Sortiment anbietet. Er schreibt zu Themen aus Politik, Gesellschaft, Geschichte und Philosophie. Seine Texte in der DMZ‑News zeichnen sich durch reflektierte Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Fragestellungen aus.

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