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  • 19. Februar 2026 8:10

Europäische NATO-Staaten stehen geschlossen hinter Dänemark und Grönland

BySarah Koller

Jan. 21, 2026

Acht europäische NATO-Mitglieder – Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich – haben in einer gemeinsamen Erklärung vom 18. Januar ihre Solidarität mit Dänemark und Grönland bekräftigt. Hintergrund sind Ankündigungen der US-Regierung, ab 1. Februar 10-Prozent-Zölle auf Importe aus diesen Ländern zu erheben, die ab 1. Juni auf 25 Prozent steigen könnten, sollte keine Einigung über Grönlands Zukunft erzielt werden.

Die Erklärung hebt die Bedeutung der NATO-Allianz für die kollektive Sicherheit hervor. Gleichzeitig betonen die Länder die militärische Übung „Arctic Endurance“, die von Dänemark koordiniert und gemeinsam mit Alliierten durchgeführt wird. Sie begann in der vergangenen Woche und soll die Präsenz in der Arktis stärken, ohne andere Staaten zu bedrohen (dänisches Verteidigungsministerium).

„Wir stehen in voller Solidarität an der Seite Dänemarks und Grönlands“, heißt es in der Erklärung. Die Länder signalisieren Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog auf Basis von Souveränität und territorialer Integrität, warnen jedoch davor, dass Zolldrohungen die transatlantischen Beziehungen belasten und das Risiko einer Eskalation erhöhen könnten.

Grönland im geopolitischen Kontext

Grönland, ein autonomes Gebiet des dänischen Königreichs mit rund 57.000 Einwohnern, ist strategisch bedeutsam. Seine Lage ermöglicht die Überwachung von Schifffahrtsrouten, den Betrieb von Raketenabwehrsystemen und den Zugang zu Rohstoffen wie Seltenen Erden, deren Abbau durch den Klimawandel zunehmend möglich wird.

US-Präsident Donald Trump begründete die geplanten Zölle mit nationaler Sicherheit: Grönland sei ein „strategisches Asset“ gegen mögliche Bedrohungen aus Russland und China.2

Reaktionen der beteiligten Länder

  • Dänemark: Premierministerin Mette Frederiksen erklärte: „Europe will not be blackmailed.“ Dänemark hat zusätzliche Truppen nach Grönland entsandt und gemeinsam mit der grönländischen Regierung eine NATO-Überwachungsmission vorgeschlagen.
  • Finnland: Als neues NATO-Mitglied unterstreicht Finnland die Bedeutung kollektiver Sicherheit in der Arktis, insbesondere angesichts russischer Aktivitäten.
  • Frankreich: Präsident Emmanuel Macron fordert die Nutzung des EU-„Anti-Coercion-Instruments“ als Mittel gegen mögliche Gegenzölle.
  • Deutschland: Bundeskanzler Friedrich Merz betonte, Europa müsse standhalten. Finanzminister Lars Klingbeil ergänzte, Deutschland und Frankreich würden „keine Erpressung dulden“.
  • Niederlande: NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die Zölle als „kontraproduktiv“.
  • Norwegen: Außenminister Espen Barth Eide betonte, dass der Respekt vor Souveränität „nicht verhandelbar“ sei.
  • Schweden: Das Land unterstützt die kollektive Verteidigung und die Sicherung der Arktis.
  • Vereinigtes Königreich: Premierminister Keir Starmer sprach von einem Handelskrieg „not in anybody’s interest“. Außenminister David Lammy nannte die Zölle „completely wrong“ und betonte die Bedeutung der NATO-Kooperation.

Geopolitische Einordnung

Die Arktis gewinnt durch den Klimawandel an Bedeutung: Schmelzendes Eis eröffnet neue Schifffahrtsrouten und erleichtert den Zugang zu Rohstoffen. NATO-Staaten sehen darin auch eine Herausforderung für kritische Infrastruktur, etwa Unterseekabel. Die US-Militärbasis Pituffik in Grönland besteht seit 1951 und dient der strategischen Überwachung der Region.

Die EU plant eine koordinierte Reaktion auf dem kommenden Gipfel am 23. Januar, inklusive möglicher Gegenzölle auf US-Importe im Wert von 93 Milliarden Euro. Märkte reagierten bereits: US-Börsen notierten am Montag leicht im Minus (Dow Jones -0,8 %), während Goldpreise stiegen.

Die gemeinsame Erklärung der acht Länder verdeutlicht: Souveränität und kollektive Sicherheit bleiben zentrale Prinzipien der NATO. Ob der Konflikt durch Dialog entschärft oder weiter eskaliert, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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