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  • 19. Februar 2026 7:59

Künstlicher Süßstoff unter wissenschaftlicher Beobachtung: Welche Effekte Aspartam im Körper entfalten kann

ByPatricia Jungo

Jan. 18, 2026

Aspartam gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Süßstoffen und findet sich in vielen kalorienreduzierten Getränken, Desserts und zuckerfreien Lebensmitteln. Obwohl der Stoff seit Jahrzehnten zugelassen ist und von Behörden als unbedenklich eingestuft wird, rücken neue Forschungsergebnisse den langfristigen Konsum erneut in den Fokus der Wissenschaft.

Aktuelle Untersuchungen befassen sich insbesondere mit möglichen Effekten auf Gehirn und Herz, die über bekannte Stoffwechselprozesse hinausgehen und bislang ungeklärte Aspekte der Sicherheit künstlicher Süßstoffe betreffen.

Eine umfangreiche experimentelle Untersuchung des spanischen Forschungszentrums CIC biomaGUNE in Zusammenarbeit mit dem Biogipuzkoa Health Research Institute widmete sich den langfristigen Folgen einer Aspartam-Aufnahme. In dem Versuch erhielten Mäuse über zwölf Monate regelmäßig Aspartam in einer Menge, die etwa einem Sechstel der maximal empfohlenen täglichen Aufnahme beim Menschen entspricht. Ziel war, eine realitätsnahe Belastung zu simulieren, um chronische Effekte sichtbar zu machen, die in Kurzzeitstudien häufig unentdeckt bleiben.

Im Verlauf der Studie zeigte sich zunächst eine gesteigerte Glukoseverwertung im Gehirn der Tiere, gemessen mithilfe der FDG-PET-Bildgebung, einer Technik zur Darstellung von Stoffwechselaktivität. Mit zunehmender Dauer der Aspartam-Exposition sank die Glukoseaufnahme jedoch kontinuierlich und lag am Ende des Untersuchungszeitraums bei etwa der Hälfte der Werte der Kontrollgruppe. Da das Gehirn fast ausschließlich auf Glukose als Energiequelle angewiesen ist, deuten diese Befunde auf eine Beeinträchtigung der grundlegenden Energieversorgung hin. Gleichzeitig stieg die Lactatkonzentration, was auf eine gestörte neuronale Stoffwechselbalance hinweist.

Auch verhaltensbasierte Tests zeigten Veränderungen: In Aufgaben wie dem Barnes-Labyrinth, das räumliches Lernen und Gedächtnis prüft, bewegten sich die Aspartam-exponierten Tiere langsamer und benötigten mehr Zeit, um ihre Ziele zu erreichen. Diese Beobachtungen sprechen für mögliche Beeinträchtigungen kognitiver Leistungen im Verlauf der Langzeitexposition. Zwar waren nicht alle Resultate statistisch eindeutig, zusammengenommen deuten sie jedoch auf eine anhaltende Störung des Gehirnstoffwechsels bei den behandelten Tieren hin.

Neben den Effekten auf das Gehirn untersuchte das Forschungsteam auch das Herz-Kreislauf-System. Bildgebende Verfahren zeigten, dass die Herzen der Aspartam-Gruppe weniger effizient arbeiteten. Insbesondere entleerten sich die Herzkammern nicht vollständig, was auf eine verminderte Pumpleistung hinweist. Auch wenn keine ausgeprägten strukturellen Schäden festgestellt wurden, könnten solche Funktionseinschränkungen langfristig die Durchblutung und Versorgung anderer Organe beeinflussen.

Darüber hinaus wiesen die Mäuse, die Aspartam erhielten, einen um etwa 20 Prozent geringeren Körperfettanteil auf als die Kontrolltiere. Dieser scheinbar positive Effekt ging jedoch nicht mit einer insgesamt verbesserten Stoffwechsellage einher. Stattdessen verlagerte sich die Fettverteilung stärker in den Bauchraum, wo viszerales Fett entsteht, das als besonders metabolisch ungünstig gilt.

Die Forschenden betonen, dass diese Veränderungen bereits bei vergleichsweise niedriger Aspartam-Zufuhr auftraten und damit neue Fragen für die langfristige gesundheitliche Bewertung künstlicher Süßstoffe aufwerfen. Die Ergebnisse fügen sich in eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten ein, die sich mit möglichen gesundheitlichen Auswirkungen künstlicher Süßstoffe jenseits ihres kalorienarmen Profils befassen.

Ergänzend zu den Tierexperimenten gibt es epidemiologische Studien, die darauf hindeuten, dass ein hoher Süßstoffkonsum beim Menschen mit einem beschleunigten kognitiven Abbau in Zusammenhang stehen könnte. In langfristigen Beobachtungen zeigten Personen mit besonders hoher Aufnahme stärkere Einbußen bei Gedächtnis- und Denkaufgaben. Dabei weisen die Forschenden ausdrücklich darauf hin, dass Ergebnisse aus Tiermodellen nur begrenzt auf den Menschen übertragbar sind.

Die genauen biologischen Mechanismen, über die Aspartam langfristig auf Gehirn und Herz wirken könnte, sind bislang nicht vollständig geklärt. Entsprechend verstehen die Autor:innen ihre Arbeit nicht als abschließende Bewertung, sondern als Ausgangspunkt für weitere Forschung. Insbesondere langfristige Studien am Menschen seien notwendig, um die beobachteten Zusammenhänge besser einordnen zu können.

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By Patricia Jungo

Patricia Jungo ist freie Autorin bei DMZ-News, Sekundarlehrerin und in der Freiwilligenarbeit aktiv. Sie schreibt zu Themen aus den Bereichen Gesundheit, Wissen sowie Gesellschaft und Leben und ist zudem Autorin mehrerer Bücher. Ihre Texte zeichnen sich durch Sachkenntnis und einen klaren, verständlichen Stil aus.

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