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  • 11. März 2026 11:33

Cybersicherheit als geopolitische Schlüsselfrage: Schweiz positioniert sich am WEF

ByLiselotte Hofer

Jan. 17, 2026

Bern/Davos – Cybersicherheit ist längst mehr als ein technisches Randthema. Am Rande des World Economic Forum (WEF) in Davos rückt das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) die geopolitische Dimension digitaler Technologien ins Zentrum einer hochrangig besetzten Fachveranstaltung. Gemeinsam mit der Standortinitiative digitalswitzerland lädt die Behörde zu einem Austausch über technologische Machtverschiebungen, digitale Souveränität und internationale Abhängigkeiten.

In Zeiten, in denen die USA und China um die Vorherrschaft in KI, Halbleitern und Cloud-Technologien ringen, EU-Regulierungen wie der AI Act oder der Digital Markets Act die Spielregeln verändern und Sanktionen den Tech-Handel fragmentieren, wird digitale Souveränität zur harten Währung. Für die exportorientierte Schweiz, die stark auf internationale Kooperation und offene Märkte angewiesen ist, birgt diese Entwicklung Risiken – aber auch Chancen, sich als neutraler, vertrauenswürdiger Player zu positionieren.

Der Anlass im House of Switzerland bringt rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Fachkreisen zusammen. Diskutiert wird, wie sich die zunehmende Fragmentierung der globalen Ordnung auf die digitale Sicherheit auswirkt. Handelskonflikte, Sanktionsregime und der internationale Wettlauf um Schlüsseltechnologien wie Halbleiter, Cloud-Infrastrukturen oder künstliche Intelligenz verändern nach Einschätzung des BACS die Rahmenbedingungen für Staaten und Unternehmen grundlegend.

Gerade für kleine, offene Volkswirtschaften wie die Schweiz stellen diese Entwicklungen eine besondere Herausforderung dar. Technologische Abhängigkeiten können die Handlungsfreiheit einschränken, während divergierende Regulierungen und geopolitische Spannungen die Kosten für Wirtschaft und Industrie erhöhen. Der Anspruch eines offenen, interoperablen und vertrauenswürdigen digitalen Raums gerät damit zunehmend unter Druck.

Vor diesem Hintergrund sucht die Veranstaltung nach konkreten Ansätzen, um die Cyberresilienz zu stärken. Im Fokus stehen Strategien zur Reduktion kritischer Abhängigkeiten, der gezielte Ausbau internationaler Partnerschaften sowie die Frage, wie staatliche und private Akteure ihre Zusammenarbeit vertiefen können. Impulsreferate aus Regierung und Wirtschaft, eine Podiumsdiskussion sowie moderierte Austauschrunden sollen unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Fachwelt fördern.

Neben der inhaltlichen Debatte ist das BACS während des WEF auch operativ gefordert. Wie in den vergangenen Jahren unterstützt die Behörde die Organisatoren bei der Absicherung des Cyberraums rund um das Jahrestreffen. Dazu gehören Lageanalysen, der Austausch mit internationalen Partnerbehörden sowie Massnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen in der Schweiz. Grossanlässe wie das WEF gelten seit Jahren als potenzielle Ziele für Cyberangriffe und koordinierte Desinformationskampagnen.

BACS-Direktor Florian Schütz nutzt das Treffen zudem für bilaterale Gespräche mit Vertretern der internationalen Cybersicherheitsbranche. Ziel ist es, den Informationsaustausch zu vertiefen und die internationale Vernetzung der Schweiz in Sicherheitsfragen weiter auszubauen.

Die Präsenz des BACS in Davos verdeutlicht, welche strategische Bedeutung Cybersicherheit in einer zunehmend von geopolitischen Rivalitäten geprägten Welt einnimmt. Fachleute werten das Engagement als wichtigen Beitrag zur Stärkung der nationalen Cyberresilienz – nicht zuletzt, weil digitale Sicherheit immer stärker zur Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität, staatliche Handlungsfähigkeit und gesellschaftliches Vertrauen wird.

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By Liselotte Hofer

Liselotte Hofer ist freie Autorin bei DMZ-News und schreibt zu Themen aus den Bereichen Soziales, Kino, Kultur, Politik, Geschichte und Musik. Ihre Texte zeichnen sich durch fundierte Recherche und klare, verständliche Darstellung aus.

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