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  • 18. Juli 2026 10:49

Langzeitfolgen von COVID-19: Energiekrise in T-Zellen könnte Immunabwehr schwächen

ByDavid Aebischer

Jan. 7, 2026

Chicago/USA – Auch Jahre nach der akuten COVID-19-Pandemie beschäftigen sich Forscher mit den langfristigen Folgen der Infektion. Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass SARS-CoV-2 das Immunsystem möglicherweise über die akute Erkrankung hinaus beeinträchtigt.

Die Untersuchung, veröffentlicht als Preprint auf der Plattform bioRxiv, legt nahe, dass Gedächtnis-T-Zellen – wichtige Abwehrzellen, die uns vor bekannten Krankheitserregern wie Influenza-Viren, Staphylococcus aureus oder dem Varizella-Zoster-Virus schützen – nach einer COVID-19-Infektion in ihrer Funktion geschwächt sein könnten. Ursache dafür sei eine Störung des Energiehaushalts der Zellen in den sogenannten Mitochondrien, den „Kraftwerken“ der Zelle.

Die Forscher um Lavanya Visvabharathy von der University of Chicago und Igor J. Koralnik von der Northwestern University analysierten Blutproben von 31 Personen, die zuvor noch nie mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Nach der Infektion zeigten die Gedächtnis-T-Zellen eine reduzierte Aktivität, weniger Energieproduktion in den Mitochondrien und Anzeichen für einen beschleunigten Zelltod. Diese Veränderungen könnten erklären, warum Infektionen mit alltäglichen Krankheitserregern nach COVID-19 häufiger auftreten.

„Man kann sich die Gedächtnis-T-Zellen wie eine gut trainierte Armee vorstellen, die bekannte Feinde schnell erkennt und bekämpft. Nach COVID fehlt dieser Armee teilweise der Treibstoff“, erklärt Visvabharathy in der Studie.

Die Untersuchung testete außerdem, ob bereits verfügbare Substanzen wie Metformin (ein Diabetes-Medikament) oder Ubiquinol (eine Form von Coenzym Q10) die Energieproduktion in den T-Zellen wiederherstellen können. Erste Laborergebnisse deuten darauf hin, dass dies möglich sein könnte – ein Ansatz, der in der Zukunft bei älteren oder besonders gefährdeten Personen weiter untersucht werden könnte.

Wichtig ist jedoch: Die Studie ist ein Preprint und noch nicht von unabhängigen Experten begutachtet. Zudem handelt es sich um eine kleine Stichprobe ohne direkte klinische Daten zu Infektionsraten nach COVID-19. Immunologen betonen, dass weitere Forschung nötig ist, um die Ergebnisse zu bestätigen und mögliche therapeutische Maßnahmen abzuleiten.

Trotz der Vorbehalte zeigt die Untersuchung, dass SARS-CoV-2 das Immunsystem langfristig beeinflussen kann und unterstreicht die Bedeutung weiterer Studien zu metabolischen Veränderungen in T-Zellen. In einer Zeit, in der neue Virusvarianten und andere Erreger zirkulieren, könnte ein besseres Verständnis dieser Effekte helfen, vulnerable Patientengruppen gezielt zu schützen.

Die vollständige Studie ist online abrufbar auf bioRxiv.

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By David Aebischer

David Aebischer ist Journalist und Autor mehrerer Bücher, darunter Romane und literarische Texte. Er schreibt zudem zu gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen. Seine Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit, klare Struktur und reflektierte Darstellung aus.

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