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  • 11. März 2026 11:42

Selenskyj weist russische Drohnenvorwürfe scharf zurück und warnt vor Eskalationsstrategie

BySarah Koller

Dez. 30, 2025

Die ukrainische Regierung hat russische Anschuldigungen über einen angeblichen Drohnenangriff auf eine Residenz von Kremlchef Wladimir Putin entschieden zurückgewiesen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer bewussten Täuschung Moskaus und warnte vor einem gezielten Versuch, laufende diplomatische Gespräche zu untergraben.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor erklärt, die russische Luftabwehr habe in der Nacht mehrere Drohnen abgefangen, die auf ein staatliches Anwesen Putins in Nordwestrussland gerichtet gewesen seien. Beweise für einen ukrainischen Ursprung der Drohnen legte Moskau bislang nicht öffentlich vor. Unabhängige Bestätigungen existieren ebenfalls nicht.

Selenskyj reagierte ungewöhnlich scharf auf die Vorwürfe. Die Behauptungen seien „absurd“ und dienten erkennbar politischen Zwecken. Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten versucht der Kreml, mit dramatischen Anschuldigungen einen Vorwand zu schaffen, um militärische Angriffe auszuweiten und zugleich Fortschritte in den Gesprächen über ein mögliches Kriegsende zu blockieren.

Tatsächlich hatte es zuletzt neue diplomatische Kontakte gegeben. In den USA fanden Gespräche zwischen Selenskyj und dem früheren und erneut amtierenden US-Präsidenten Donald Trump statt, bei denen Möglichkeiten für Sicherheitsgarantien und einen längerfristigen Rahmen für einen Waffenstillstand erörtert wurden. Selenskyj betonte anschließend, ein belastbarer Frieden sei ohne klare internationale Sicherheitszusagen für die Ukraine nicht denkbar.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Zeitpunkt der russischen Anschuldigungen nicht zufällig. Lawrow erklärte, Russland behalte sich „Vergeltungsmaßnahmen“ vor und kündigte zugleich eine Überprüfung der eigenen Verhandlungspositionen an. Beobachter werten dies als klassisches Muster: Moskau kombiniert unüberprüfbare Vorwürfe mit militärischen Drohungen, um politischen Druck aufzubauen.

Auch aus dem Kreml kamen widersprüchliche Signale. Während Sprecher Dmitrij Peskow grundsätzlich Gesprächsbereitschaft signalisierte, warnte er gleichzeitig vor weiteren territorialen Verlusten der Ukraine. Solche Aussagen stehen im Kontrast zu diplomatischen Bekenntnissen und nähren Zweifel an der Ernsthaftigkeit russischer Verhandlungsabsichten.

Internationale Sicherheitsexperten verweisen seit Beginn des russischen Angriffskrieges darauf, dass angebliche ukrainische Angriffe auf symbolisch hoch aufgeladene Ziele in Russland häufig propagandistisch genutzt werden. Ziel sei es, innenpolitische Unterstützung zu mobilisieren und militärische Eskalationen nach außen zu legitimieren.

Selenskyj sieht genau darin die aktuelle Gefahr. Russland, so seine Einschätzung, sei nicht an einem Ende des Krieges interessiert, sondern suche nach neuen Begründungen für dessen Fortsetzung. Ob die jüngsten Vorwürfe tatsächlich Einfluss auf die diplomatischen Bemühungen haben werden, bleibt offen. Klar ist jedoch: Das ohnehin fragile Vertrauen zwischen den Konfliktparteien hat weiteren Schaden genommen.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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