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  • 11. März 2026 11:05

WHO bestätigt erneut: Impfstoffe verursachen keinen Autismus

BySarah Koller

Dez. 29, 2025

Eine aktuelle Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einmal mehr klar bestätigt, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus‑Spektrum‑Störungen (ASD) gibt. Die Ergebnisse untermauern die jahrzehntelange wissenschaftliche Evidenz und stehen im Widerspruch zu jüngeren, politisch und ideologisch motivierten Zweifeln an der Sicherheit von Impfstoffen.

Am 27. November 2025 hat das Global Advisory Committee on Vaccine Safety (GACVS), ein international besetztes Expertengremium der WHO, eine umfassende Sichtung der weltweiten Forschungsliteratur abgeschlossen. Die Experten untersuchten 31 Studien, die zwischen Januar 2010 und August 2025 veröffentlicht wurden, darunter bevölkerungsbasierte Kohortenstudien und systematische Übersichtsarbeiten aus mehreren Ländern.

Wissenschaftliche Evidenz gegen Autismus‑These

Die Analyse zeigte eindeutig, dass weder Routineimpfungen noch Impfstoffe mit Bestandteilen wie Thiomersal (einem Konservierungsmittel) oder Aluminium‑Adjuvantien mit dem Auftreten von Autismus in Verbindung stehen. Aluminium wird in sehr geringen Mengen eingesetzt, um die Immunantwort des Körpers zu verstärken, und Thiomersal dient zur Verhinderung bakterieller oder pilzlicher Verunreinigungen in Mehrdosen‑Serien. In allen hochwertigen Studien war keine statistisch signifikante Assoziation zwischen diesen Impfstoffbestandteilen und ASD erkennbar.

In ihrer Erklärung betonen die WHO‑Experten, dass ein kausaler Zusammenhang nur dann angenommen werden könne, wenn mehrere Studien von hoher methodischer Qualität konsistent eine statistische Assoziation zeigten. Dies sei nicht der Fall: Die überwältigende Mehrheit der Forschung belegt die Sicherheit von Impfungen in Bezug auf autismusbedingte Risiken.

Wiederholung einer langjährigen Schlussfolgerung

Die aktuelle WHO‑Analyse ist nicht die erste ihrer Art. Bereits in den Jahren 2002, 2004 und 2012 hatte das Gremium eingehende Evidenz ausgewertet und zu dem Schluss gekommen, dass Impfstoffe keinen Autismus verursachen. Die Ergebnisse der jüngsten Bewertung bestätigen diese bisherigen Befunde mit noch umfangreicherem Datenmaterial.

Ein besonders großer Datensatz, der in die aktuelle Bewertung eingeflossen ist, umfasst eine nationale dänische Kohortenstudie mit Kindern, die zwischen 1997 und 2018 geboren wurden. Diese Studie allein umfasste eine sehr große Zahl an Probanden und zeigte ebenfalls keine Hinweise auf ein erhöhtes Autismusrisiko durch Impfungen.

Hintergrund: Der Mythos eines Zusammenhangs

Der populäre Mythos, Impfungen könnten Autismus auslösen, geht auf eine inzwischen vollständig widerlegte Studie zurück, die 1998 in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht und später wegen schwerer methodischer Fehler und gefälschter Daten zurückgezogen wurde. Der verantwortliche Autor verlor daraufhin seine ärztliche Zulassung. Trotz dieser klaren wissenschaftlichen Entlarvung hält sich die Fehlinformation in Teilen der Öffentlichkeit hartnäckig.

Internationale Debatte um Impfstoffsicherheit

Der erneute WHO‑Bericht erschien in einem Kontext erhöhter Debatten um Impfstoffsicherheit. In den USA hatte die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeitweise ihre Webseite geändert, was zu Verunsicherung führte: Dort hieß es, die Aussage „Impfstoffe verursachen keinen Autismus“ sei nicht evidenzbasiert, da Studien die Möglichkeit nicht vollständig ausschließen könnten. Diese Formulierung stieß bei vielen Wissenschaftlern auf scharfe Kritik, da sie der etablierten wissenschaftlichen Evidenz widerspricht und potenziell die Impfbereitschaft untergräbt.

Die WHO und zahlreiche internationale Fachgesellschaften warnen, dass solche Zweifel – entgegen der wissenschaftlichen Datenlage – das Vertrauen in eine der wirksamsten öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen untergraben können. Impfprogramme haben in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Leben gerettet und Krankheiten wie Polio, Masern oder Diphtherie in vielen Teilen der Welt drastisch zurückgedrängt.

Die weltweit umfassendste aktuelle Analyse bestätigt: Es gibt keinen wissenschaftlich belegten kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus. Jahrzehntelange epidemiologische Forschung, große Kohortenstudien und systematische Übersichten stützen diesen Schluss. Die WHO fordert Gesundheitspolitik und Öffentlichkeit auf, Entscheidungen auf der Grundlage der besten verfügbaren Evidenz zu treffen – nicht auf der Grundlage widerlegter Hypothesen oder politisch motivierter Aussagen.

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By Sarah Koller

Sarah Koller schreibt vor allem zu Gesundheits- und Wissenschaftsthemen, behandelt aber auch soziale und historische Fragestellungen. Ihre Texte zeichnen sich durch Vielseitigkeit und die Fähigkeit aus, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten.

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