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  • 14. Juni 2026 9:18

Neue Studie: COVID‑19 führt zu deutlich höherer 30‑Tage‑Sterblichkeit als saisonale Grippe

ByAnton Aeberhard

Dez. 26, 2025

Eine umfassende Analyse aus Südkorea zeigt aktuell, dass COVID‑19 deutlich gefährlicher ist als die saisonale Grippe – und unterstreicht, wie wichtig Prävention und Impfungen sind.

Forschende aus Südkorea haben in einer der bisher größten Studien dieser Art untersucht, wie hoch das Risiko ist, innerhalb von 30 Tagen nach einer Infektion mit SARS‑CoV‑2, dem Erreger von COVID‑19, zu sterben, und haben es mit dem Risiko nach einer Grippeinfektion verglichen. Die Ergebnisse, kürzlich im International Journal of Infectious Diseases veröffentlicht, liefern wichtige Daten für die Planung des öffentlichen Gesundheitswesens in der aktuellen Phase der COVID‑19-Ausbreitung.

Studienaufbau und wichtigste Ergebnisse

Untersucht wurden über 12,8 Millionen Patientinnen und Patienten mit COVID‑19 sowie fast 2,9 Millionen Personen mit saisonaler Grippe in Südkorea. Die Forschenden nutzten nationale Gesundheitsdaten, die fast die gesamte Bevölkerung abdecken. Verglichen wurde die Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen nach der Diagnose.

Die Analyse zeigt:

  • Menschen mit COVID‑19 hatten ein deutlich höheres Sterberisiko als Personen mit Influenza. Nach Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und anderen Risikofaktoren lag die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von 30 Tagen zu sterben, bei COVID‑19-Patientinnen und -Patienten um etwa 76 % höher als bei Grippeinfizierten (adjustierte Odds Ratio 1,76; 95 % Konfidenzintervall 1,60–1,94).
  • Dieser erhöhte Sterblichkeits-Trend zeigte sich in fast allen Altersgruppen und bei Personen mit Vorerkrankungen oder stationären Behandlungen.

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass diese Analyse zwar retrospektiv und beobachtend ist, aber eine der ersten groß angelegten direkten Vergleiche zwischen COVID‑19 und saisonaler Grippe in der aktuellen Phase der COVID‑19-Ausbreitung liefert.

Einordnung im wissenschaftlichen Kontext

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass COVID‑19 gefährlicher ist als die Grippe, doch viele dieser Untersuchungen bezogen sich auf kleinere Gruppen, etwa ältere hospitalisierte Patientinnen und Patienten. Eine US-amerikanische Analyse bei über 65‑jährigen Veteraninnen und Veteranen ergab eine deutlich höhere 30‑Tage-Sterblichkeit bei COVID‑19 als bei der Grippe, mit Odds Ratios von über 6 nach Anpassung für Vorerkrankungen.

Auch andere asiatische Studien berichteten von drei- bis vierfach höheren Sterberaten bei COVID‑19 gegenüber Influenza, was die neuen Ergebnisse aus Südkorea bestätigt und ein konsistentes Bild liefert.

Warum diese Daten wichtig sind

Trotz Impfprogrammen und besseren Behandlungsmöglichkeiten bleibt COVID‑19 ein ernstes Gesundheitsrisiko – besonders für ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die neue Studie liefert klare Zahlen, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit tödlichem Ausgang im Vergleich zur saisonalen Grippe weiterhin erheblich höher ist.

Die Analyse zeigt deutlich:

  • Impfungen sind wichtig – sowohl gegen COVID‑19 als auch gegen Grippe, besonders für Risikogruppen.
  • Eine klare und differenzierte Kommunikation der Risiken an die Öffentlichkeit ist notwendig.
  • Fortlaufende Überwachung und Planung im Gesundheitswesen sind entscheidend, um Überlastung zu vermeiden.

Einschränkungen und Ausblick

Die Forschenden weisen darauf hin, dass Unterschiede bei Teststrategien, Diagnosekriterien und Verhalten der Bevölkerung die Vergleichbarkeit der beiden Krankheiten beeinflussen können. Außerdem misst die 30‑Tage-Sterblichkeit nur einen Aspekt der Belastung durch Atemwegserkrankungen.

Zukünftige Studien sollten individuelle klinische Daten, Impfstatus und detaillierte Diagnosen einbeziehen, um noch genauere Risikoprofile zu erstellen und die Ursachen für die Unterschiede besser zu verstehen.

-> Zur Studie

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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