Washington D.C. – Das US-Justizministerium (DOJ) hat am Montagabend rund 30.000 Dokumente im Zusammenhang mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein freigegeben. Einige der Unterlagen erwähnen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump häufiger als frühere Veröffentlichungen und werfen neue Fragen zu seinen früheren Kontakten mit Epstein auf.
Epstein, der 2019 in seiner Gefängniszelle starb, während er auf seinen Prozess wegen schwerer Sexualverbrechen wartete, war in der Vergangenheit öffentlich mit Trump bekannt. Trump bestreitet jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein. Strafverfolgungsbehörden haben ihn bislang nicht angeklagt. Zeugnisse und Berichte deuten darauf hin, dass die persönliche Beziehung zwischen den beiden Männern etwa 2004 endete.
Die veröffentlichten Dokumente enthalten unter anderem eine E-Mail eines Bundesstaatsanwalts aus dem südlichen Bezirk New York aus dem Jahr 2020. Darin wird die Häufigkeit von Trumps Flügen mit Epsteins Privatjet in den 1990er-Jahren hervorgehoben. Ein Flugprotokoll wies darauf hin, dass Trump und Epstein auf einem Flug die einzigen Passagiere waren; ein weiterer Flug verzeichnete sie gemeinsam mit einer damals 20-jährigen Person, deren Name geschwärzt wurde. Trumps Anwälte betonen, dass diese Informationen nicht automatisch strafrechtlich relevant sind, wohl aber Fragen zur Darstellung seiner früheren Kontakte aufwerfen.
Weitere Dokumente betreffen Vorladungen an Trumps Anwesen Mar-a-Lago im Jahr 2021 im Zusammenhang mit der Anklage gegen Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell. Maxwell wurde 2021 wegen Menschenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt. Unter den Unterlagen finden sich auch Hinweise auf ein Foto von Trump und Maxwell auf einem Telefon, das Steve Bannon gehörte. Die Authentizität solcher Fotos und deren Kontext müssen jedoch noch geprüft werden.
Das DOJ betonte, dass einige der Dokumente „unwahre und sensationsheischende Behauptungen“ gegen Trump enthalten könnten und teilweise möglicherweise politisch motiviert seien. So wurde ein angeblicher Briefwechsel zwischen Epstein und dem verurteilten Sportarzt Larry Nassar, der Trumps Nähe zu Minderjährigen suggerieren sollte, als Fälschung eingestuft. Poststempel und Handschrift stimmten nicht mit bekannten Epstein-Dokumenten überein, und der Brief wurde drei Tage nach Epsteins Tod datiert.
Trump selbst hat sich bislang nicht direkt zu den neuen Unterlagen geäußert. In früheren Kommentaren verwies er darauf, dass viele Personen, die Epstein nur kannten, fälschlicherweise in Verruf geraten würden, und kritisierte die Medienberichterstattung über Epstein als politisch motiviert.
Senator Chuck Schumer (D-N.Y.) wies auf die Erwähnung von zehn mutmaßlichen Mitverschwörern Epsteins hin, die bislang weder identifiziert noch strafrechtlich verfolgt wurden. Weitere Veröffentlichungen der Dokumente sind in den kommenden Wochen geplant und könnten zusätzliche Einsichten in die Kontakte zwischen Trump und Epstein liefern.
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