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  • 9. Oktober 2026 9:33

Schweiz verabschiedet erste Strategie gegen Organisierte Kriminalität

ByAnton Aeberhard

Dez. 22, 2025

Bern – Der Schweizer Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 19. Dezember 2025 die erste umfassende Strategie zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität (OK) gutgeheissen. Sie ist Teil der Sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz und soll sicherstellen, dass Bund, Kantone und Gemeinden behördenübergreifend und wirksam gegen kriminelle Netzwerke vorgehen können.

Die Strategie wurde vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) unter Leitung des Bundesamts für Polizei (fedpol) in enger Zusammenarbeit mit kantonalen und kommunalen Behörden entwickelt. Bereits am 27. November 2025 hatte die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) die Strategie verabschiedet. Ziel ist es, die Bedrohung durch kriminelle Netzwerke zu erkennen, zu verhindern und zu bekämpfen.

Organisierte Kriminalität in der Schweiz
Laut Europol sind europaweit über 800 kriminelle Organisationen aktiv, von denen viele auch in der Schweiz operieren. Die OK ist hierzulande besonders im Betäubungsmittelhandel, in der Geldwäscherei, im Menschenhandel und im illegalen Glücksspiel präsent. Sie versucht darüber hinaus, gesellschaftliche Strukturen und den Rechtsstaat zu unterwandern, um Machtansprüche durchzusetzen und finanzielle Gewinne zu maximieren. Modernste Technologien und hohe Gewaltbereitschaft sind Kennzeichen dieser Netzwerke.

Die Schweiz gilt aufgrund ihrer zentralen Lage in Europa, ihres ausgebauten Finanzplatzes, der guten Infrastruktur und ihres Wohlstands als besonders attraktiv für organisierte Kriminalität. Deren Strukturen arbeiten kantons- und länderübergreifend, was ein koordiniertes Vorgehen erforderlich macht.

Drei strategische Ziele
Die Strategie verfolgt drei zentrale Ziele:

  1. OK erkennen
    Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft sollen sensibilisiert und geschult werden, um Risiken zu erkennen. Das Bundesamt für Polizei führt bereits Sensibilisierungskampagnen bei relevanten Behörden durch, die weiter ausgebaut werden. Rechtliche Anpassungen sollen es zivilen Organisationen erleichtern, verdächtige Aktivitäten den Strafverfolgungsbehörden zu melden. Zudem soll ein gesamtheitliches Lagebild geschaffen werden, das die Erkennung OK-relevanter Aktivitäten verbessert.
  2. OK verhindern
    Bund, Kantone und Gemeinden sollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Gesetzliche Grundlagen sollen den Austausch von Informationen und die Kooperation erleichtern. Präventiv-polizeiliche Massnahmen auf Bundesebene sollen den Behörden ermöglichen, Vermögenswerte krimineller Herkunft schneller einzuziehen.
  3. OK bekämpfen
    Die Bekämpfung OK-relevanter Netzwerke soll national und international intensiviert werden, etwa durch gemeinsame Ermittlungsteams in komplexen Fällen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Geldwäscherei, die für den Schweizer Finanzplatz zentrale Bedeutung hat. Rechtliche Anpassungen sollen die Verfolgung und Einziehung verdächtiger Vermögenswerte erleichtern. Ebenso sollen strafrechtlich relevante Handlungen von OK-Exponenten schneller sanktioniert werden können.

Umsetzung und Ressourcen
Bis Ende 2026 wird das EJPD zusammen mit der KKJPD einen Nationalen Aktionsplan mit konkreten Massnahmen, Zuständigkeiten und Fristen erarbeiten. Maßnahmen, die gesetzliche Anpassungen erfordern, sollen in einem Gesetzespaket gebündelt und voraussichtlich Ende 2027 in die Vernehmlassung geschickt werden.

Nicht gesetzliche Massnahmen werden bereits ab 2026 umgesetzt. Dazu gehören die Weiterentwicklung des OK-Lagebilds, Schulungen für Mitarbeitende im Finanz- und Immobiliensektor sowie Verbesserungen in der Zusammenarbeit der Polizei auf nationaler und internationaler Ebene.

Um die Strategie effektiv umzusetzen, prüft das EJPD alternative Finanzierungsmodelle für die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) und plant eine Aufstockung der Ressourcen bei der Bundeskriminalpolizei (BKP). Das Parlament hat zudem den Auftrag erteilt, innerhalb von zehn Jahren bis zu 200 neue Stellen bei der BKP zu schaffen.

Mit dieser Strategie unternimmt die Schweiz einen wichtigen Schritt, um die wachsende Bedrohung durch organisierte Kriminalität strukturiert und wirksam zu bekämpfen.

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By Anton Aeberhard

Anton Aeberhard ist Journalist und schreibt zu gesundheitlichen, wissenschaftlichen sowie politischen und gesellschaftlichen Themen. Seine Beiträge befassen sich mit aktuellen Entwicklungen und deren Hintergründen. Seine Texte zeichnen sich durch analytische Tiefe und eine klare Gewichtung der zentralen Argumente aus.

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