Auch eine weitere Studie zeigt langfristige neurologische Folgen bei Genesenen
COVID-19 betrifft nicht nur die Atemwege, sondern kann auch das Gehirn nachhaltig verändern. Eine aktuelle Studie von Forschenden des National Centre for Neuroimmunology and Emerging Disease (NCNED) der Griffith University zeigt, dass selbst Menschen, die sich vollständig von der Infektion erholt haben, messbare Veränderungen im Gehirn aufweisen können.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten hochmoderne MRT-Techniken, um die neurologischen Auswirkungen von COVID-19 bei genesenen Personen mit denen von Menschen zu vergleichen, die nie infiziert waren. Die Ergebnisse zeigen: Selbst ohne anhaltende Symptome hinterlässt das Virus Spuren in Gehirnstrukturen und Neurochemie.
Dr. Kiran Thapaliya, Hauptautor der Studie, erklärte: „Wir haben multimodale MRT-Verfahren eingesetzt, um sowohl graue als auch weiße Substanzregionen des Gehirns zu untersuchen, die für Gedächtnis, kognitive Funktionen und die allgemeine Gehirngesundheit entscheidend sind, und fanden klare Unterschiede zwischen den Teilnehmergruppen.“
Die Forschenden identifizierten signifikante Veränderungen in Gehirnchemikalien, Signalintensität und Gewebestruktur – nicht nur bei Personen mit Long COVID, sondern auch bei jenen, die sich als vollständig erholt betrachteten. Zudem zeigte sich, dass die Veränderungen in Gehirngewebe mit der Symptomschwere von Long COVID korrelieren, was auf stille, langfristige Auswirkungen auf die Gehirngesundheit hindeutet.
Professorin Sonya Marshall-Gradisnik, Direktorin des NCNED, betonte: „Unsere Forschung liefert wichtige Einblicke, wie COVID-19 das zentrale Nervensystem beeinflusst. Sie kann dazu beitragen, die kognitiven Probleme wie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen zu erklären, die sowohl kurz nach der Infektion als auch Monate oder Jahre später auftreten.“
Die Studie wurde von ME Research UK und der Stafford Fox Medical Research Foundation finanziert. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Brain, Behavior, and Immunity – Health unter dem Titel „Altered Brain Tissue Microstructure and Neurochemical Profiles in Long COVID and Recovered COVID-19 Individuals: A multimodal MRI Study“ veröffentlicht.
Diese Forschung unterstreicht die Notwendigkeit, COVID-19 nicht nur als akute Atemwegserkrankung, sondern auch als potenziell langfristige neurologische Belastung zu betrachten. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten künftig wichtige Impulse für Diagnostik, Nachsorge und Therapie von Post-COVID-Patienten liefern.
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